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Über uns

„Meine Leidenschaft ist wenn ich in der Leitn schaff…“

Jahrhunderte lang prägte die Bewirtschaftung und Pflege der Naturlandschaft das Mollner Landschaftsbild auf das wir Einheimische so stolz sind und für das wir bei Touristen so beliebt sind. Unsere Landwirte unterhielten schon immer mit ihrer schweißtreibenden Tätigkeit nicht nur ihren Lebensunterhalt sondern sorgten mit ihrem Einsatz auch gleichzeitig für den Erhalt der Kulturlandschaft und ökologisch vielfältigen Lebensräumen.

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in den ersten Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg und der  zunehmenden Mechanisierung wurden viele „Eigenbedarfslandwirtschaften“ eingestellt. Wie in jedem anderen Lebensbereich wurden auch in der Landwirtschaft viele Tätigkeiten unrentabel. Die logische Konsequenz: Die mühsame, zeitaufwändige und unrentable Bewirtschaftung von abgelegenen Wiesenflächen auf Hängen und Hochlagen wurde eingestellt. Um zukünftig jedoch trotzdem wieder Erträge aus diesen Flächen zu gewinnen reagierte die Landwirtschaft u.a. durch Aufforstung dieser Flächen mit Fichten.

Auf zahlreichen Luftaufnahmen der vergangenen Jahrzehnte ist zu erkennen, wie sich unsere Heimatgemeinde dadurch verändert hat (zunehmende Verwaldung, Verschwinden alter Heuschober,…). Die optische Veränderung war aber bei Weitem nicht die einzige Auswirkung dieser veränderten Bewirtschaftungsform. Unzählige Lebensräume verschiedenster Tier- und Pflanzenarten gingen verloren und sorgten für ein zurückgehen von Teilen der heimischen Flora und Fauna.

Hier setzt die Tätigkeit des Vereins „Bergwiesn“ an. Jede/r von uns würde sich in seinem privaten Unternehmen an Dingen orientieren die seine Lebensgrundlage sichern. Jede/r von uns würde daher auch Dinge unterlassen die viel Arbeit und wenig Einkommen generieren. In einem ehrgeizigen Projekt wollen wir daher Verständnis dafür schaffen, dass der Erhalt unserer wertvollen Kulturlandschaft keine Selbstverständlichkeit ist. Mit der Wiederaufnahme der Bewirtschaftung solcher Steilflächen durch den Verein (Bergwiesen-Heu-Verwertung), wollen wir Bewusstsein dafür schaffen, dass die Pflege und Erhaltung unserer Kulturlandschaft nicht nur mehr Aufgabe unserer Landwirt/innen sein kann, sondern, dass es damals wie heute die Hilfe vieler fleißigen Hände erfordert um Kulturlandschaft und Artenvielfalt zu erhalten! Ein wesentlicher Faktor und Motivation für diese Arbeit ist unsere Heimatverbundenheit, unser Traditionsbewusstsein und unser Engagement für Natur- und Artenschutz.

Die Pflegeausgeleichszahlungen der Abteilung Naturschutz des Landes Oberösterreich für den Erhalt ökologisch wertvoller Flächen, ermöglichen das Anschaffen und Warten moderner Maschinen und für unsere  jungen Mitglieder auch ein kleines Taschengeld. So konnten wir in den vergangenen vier Jahren auf insgesamt 35ha Wiesenflächen die Bewirtschaftung wieder aufnehmen. Neben der manuellen Tätigkeit ist aber auch die Bewusstseinsbildung für die schwere landwirtschaftliche Tätigkeit ein Hauptanliegen des Vereins. Die wachsende Mitgliederzahl beflügelt unsere Arbeit, aber eine Sache freut uns besonders: Nach anfänglicher Skepsis werden wir von unseren Landwirt/innen immer mehr als Unterstützer und Kooperationspartner gesehen! Einen herzlichen Dank dafür!

Aktuelles:

Was für ein Sommer war denn das? Für uns war es der steilste Sommer der vergangenen vier Jahre! Über 35 Hektar (die aufgrund der Steilheit ja in Wahrheit irgendwo um die 45 herum sind) haben wir gemäht, gewendet, geheut, geschwendet. Wir haben begonnen den Wanderweg im Pranzlgraben zu sanieren, unsere erste Heuseilung haben wir im NSG Jaidhaus auf der Pfeifferleitn durchgeführt und wertvolle Erfahrungen gesammelt. Wir konnten wieder ein sehr erfolgreiches Schulprojekt mit dem BRG Steyr durchführen und insgesamt über 15 Tonnen Heu produzieren. Und nebenbei hat Leander Kogler mit seinen fleißigen Helfern unser Heulager in Eigenregie gebaut! In diesem Sommer haben wir auch immer mehr das Sensenmähen für uns entdeckt und mit dem Österreichischen Sensenverein eine Sensenschulung durchführt. Bei all den schönen Erlebnissen hatten aber auch einen Schreckensmoment, den wir nicht so schnell vergessen werden. Bei einem Steinschlagzwischenfall beim Heuen am Annasberg hatten wir unbeschreibliches Glück im Unglück, denn eines unserer Mitglieder wurde durch herabstürzende Steine, Gott sei dank, nur am Unterschenkel verletzt. Ja, wahrlich ein Sommer der uns bis weit in das nächste Jahr hinein nicht loslassen wird!

Wir haben beim „Vielfalter“ Ideencontest rund um den Nationalpark Kalkalpen den Spezialpreis der Stiftung „Blühendes Österreich“ mit 8000€ Preisgeld gewonnen! Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung und Wertschätzung unserer Arbeit!

Landeshauptmann Thomas Stelzer und Bundesumweltminister Andrä Rupprechter überreichten Obmann Christian Hatzenbichler  Urkunde und Trophäe!

Verleihung Urkunde

Gewinner!!

Blühendes Österreich Vielfalter

 

Und wir sind nicht alleine!!

Im schweizer Kanton Uri wird seit den späten 2000er Jahren das Mähen von steilen unzugänglichen Bergwiesen stark forciert.

Hier ein interessanter Film dazu…

Die Idee mit den Heuseilen zum Abtransport von schwer erreichbaren Flächen schwebt auch uns schon länger vor… 😉

Unsere Vereinsmitglieder im Einsatz

Obmann Christian Hatzenbichler

Wollte schon als Kind Landwirt werden. Ist beruflich Lehrer für Musik und Geschichte am Bundesrealgymnasium Steyr Michaelerplatz. Ihm ist die Pflege und Offenhaltung unserer Kulturlandschaft ein besonderes Anliegen. Die körperliche Arbeit in „Extremlagen“ ist für „Hatzi“ eine Art körperlicher Ausgleich zum mental fordernden Berufsalltag.

Für ihn gilt: „Je steiler, umso geiler!!!“ 😛

Schriftführer Roman Zebisch

Kassier Laurin Kogler

Unsere Maschinen

Die Bewirtschaftung so vieler unterschiedlicher, teils sehr steilen oder abseits gelegenen Flächen, ist nur durch unsere Spezialmaschinen möglich. Dadurch sind sie das Rückgrad für unsere Arbeit und erleichtern die Areit immens. Gleichzeitig ermöglichen sie dadurch das Bewirtschaften von ca. 18ha im Jahr 2016. Bei der Anschaffung wurden wir großzügig von der Abteilung für Naturschutz des Landes Oberösterreich unterstützt.

Rapid „Swiss“

Der Rapid Swiss ist ein leichter Steilhangmäher, der bis zu 120% Hangneigung noch immer problemlos seine Arbeit verrichtet. Mit den Stachelwalzen oder den Gitterrädern rutscht er nicht ab. Der 162cm breite Kommunalbalken ermöglicht ein Mähen in stark verfilzten Wiesen und der 191cm breite Normalschnittbalken ist für bereits öfters gemähte Wiesen ideal.

Twister – Abräumgerät

Der Twister ist ein neuartiges Hangabräumgerät, dass speziell für den „Swiss“ konstruiert wurde. Es ermöglich auch in extrem steilen Lagen ein sauberes und effizientes Abräumen. Das bodenschonende Pickup wirft das Heu auf das Aluschild, auf dem es dann hangabwärts rutscht und so einen immer größeren Wulst bildet. Hier ein Video dazu.

Heuschieber

Die mit dem Twister abgeräumten Heuhaufen werden mit dem Heuschieber zum Ladewagen oder zur Ballenpresse geschoben.

Köppl „Bergtalent BT 18“

Der Bergtalent ist unsere neueste Anschaffung. Er hat doppelt so viel PS wie der „Swiss“ und auch eine größere Spurbreite. Sein 230cm Normalschnittbalken ermöglicht ein rasches Mähen, auch in welligem Gelände.

3,5t Seilwinde für den Bergtalent

An den Bergtalent können wir auch eine 3,5t Seilwinde montieren, die uns bei Schwendemaßnahmen eine große Hilfe ist. Damit kommt man auch fast überall hin, wo man auch mit dem „normalen“ Mäher hinkommt.

Baumstockfräse

Ebenfalls an den Bergtalent kann die Baumstockfräse angebracht werden. Sie ermöglicht die Entfernung von störenden Wurzelstöcken. Vor allem Haselsträucher bilden einen breiten nur schwer zu entfernenden Wurzelstock aus.

Quaderballenpresse

Mit der „Markant50“ Ballenpresse können wir das Heu zu kompakten, praktischen und leicht transportierbaren Quaderballen pressen.